Mit Stolz sitzen die Eltern an einem anstrengenden Tag abends im Garten und betrachten stolz ihr Eigentum. Die Kinder sind im Bett – alles ist friedlich. Die Situation ist entspannt, denn die finanziellen Dinge gehen ihren Gang, ganz langsam schwinden die Schulden für das Eigenheim, das nun schon einige Jahre steht. Diese Ruhe und Ausgeglichenheit ist sicher keine Selbstverständlichkeit, denn der Weg zur eigenen Immobilie ist nicht unbedingt der leichteste und verläuft nicht selten mit den Hürden aus finanziellen Engpässen, inklusive einer gewissen Zukunftsangst und Unsicherheit.

Von der Miete zum Immobilien Eigentum

Unsicherheit ist schon ein Thema, wenn es um die grundsätzliche Entscheidung – weg vom Mieten, hin zum Eigentum – geht. Ein Argument, das sehr oft für den Kauf oder den Bau einer eigenen Immobilie spricht, ist, dass die Miete ja auch monatlich zu bezahlen ist, wie auch die Kreditbelastung nach dem Immobilienkauf. Während die Miete aber für fremdes Eigentum bezahlt wird, kommen die Kosten für den Baufinanzierungskredit doch voll und ganz dem Eigentum – und der Bank durch die Zinsen – zugute. Am Ende hat man von der Mietwohnung nichts, nach dem Abbezahlen der Kredite für das Eigenheim aber einen stattlichen Besitz, der zum Beispiel als Altersvorsorge heutzutage beinahe unbezahlbar ist. Schafft es eine junge Familie, durch Eigenkapital, Fördergelder und natürlich das geliehene Fremdkapital, die monatlichen Belastungen in der Höhe der zu zahlenden Miete einzupendeln, ist dies optimal. Es gelingt nicht immer, kann aber durchaus glücken.

Die Bauphase: Am liebsten alles hinschmeißen

Ganz gleich, ob eine über ein Inserat gekaufte Immobilie renoviert und umgebaut werden soll, oder direkt ein eigenes Haus von Grund auf erbaut wird: Die Bauphase ist eine anstrengende, zermürbende Zeit, in der die Familie einer größeren Belastung gewachsen sein sollte. Stress und Ärger, überzogene Finanzierungspläne und kaum Freizeit und Erholung warten auf das junge Paar – noch mehr, wenn nun schon Kinder auf der Welt sind, für die kaum wirklich Zeit bleibt. Wochenenden, Abende und Feiertage werden mit Arbeiten am Haus verbracht, statt zusammen als Familie etwas unternehmen zu können. Oft wünschen sich Vater und Mutter angesichts unzufriedener Kinder und angespannter Ehesituation, doch lieber weiter zur Miete zu wohnen, statt diesen Stress auf sich zu nehmen – zu spät, denn nun ist alles im Gang. Wofür sonst hat man alle Berechnungen zur Finanzierung hunderte Male durchkalkuliert und die Vorfreude, aber auch die Sorgen mit einigen schlaflosen Nächten schon vor dem Kauf oder dem Baubeginn quittiert? Also heißt es, die Augen zuzumachen und durchzuhalten, bis alles fertig zum Umzug ist. Auch, wenn in den nächsten Jahren wohl kein Urlaub im Budget eingeplant ist: Das neue eigene Haus ist jede Mühe wert.

Arbeit und Sorgen wegen der eigenen Immobilie

Als Mieter hat man es mit vielen Dingen leichter, als mit dem Eigenheim. Da ist meistens kein Garten in Schuss zu halten, gehen einen die Reparaturen in Sachen Bausubstanz nichts an. Dafür ist der Vermieter zuständig, bis auf die misslichen Zustände während der Arbeiten, die ja Schmutz und Störung verursachen. Am eigenen Haus hört die Arbeit wirklich niemals auf, denn immer dann, wenn man denkt, nun alles in Ordnung zu haben, entdeckt man eine neue Stelle, an der es etwas zu tun gibt – und sei es nur das Unkrautziehen im Garten. Sorgen gibt es auch immer wieder: Die monatliche Belastung besteht meistens über Jahrzehnte: In die Zukunft voraussehen und garantieren, dass in dieser Zeit weder Krankheit noch Arbeitslosigkeit drohen, kann niemand. Auch dass nicht eine Scheidung zum Thema wird, und alles, für das so mühsam gespart und geackert wurde, zum Streitthema wird, kann niemand schriftlich geben. Der lange Weg zum abbezahlten Eigenheim ist steinig und voller Hürden, aber jeden Schweißtropfen wert.

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